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MA Dolmetschen

Studentischer Bericht zum 'Study Visit' in Brüssel

Die Studierenden des MA Konferenzdolmetschen mit Muttersprache Deutsch
Bild: Gruppenbild der Studierenden des MA-Studiengangs Konferenzdolmetschen in Brüsssel

München, im November 2013 … fast ein Monat ist vergangen, seit wir – die 4 KoDos mit Muttersprache Deutsch – die Europäische Kommission in Brüssel besuchen durften. Den Besuch hat unser Studiengangsleiter Herr Prof. Klaus Ziegler für uns organisiert.

Wir wurden von Carlota Jovani, Leiterin der deutschen Kabine, empfangen und bekamen als Einführung eine Vorstellung der Institutionen, für die in Brüssel zentralisiert die Mitarbeiter, auch die Dolmetscher, ausgewählt werden. Die Dolmetscher, die den Akkreditierungstest bestehen, können dann in der Europäischen Kommission, dem Europaparlament und dem EuGH (in Luxemburg) eingesetzt werden. Die deutsche Kabine ist derzeit auf der Suche nach Nachwuchs, da in den nächsten Jahren mehrere Dolmetscher in Rente gehen werden und nun, vor allem für die „klassischen“ Sprachen, ein großer Bedarf entsteht.

Am Nachmittag des ersten Tages wurde für uns ein solcher Akkreditierungstest simuliert, für beide Modalitäten konsekutiv und simultan. Die Texte waren im Prinzip nicht allzu schwierig, jedoch werden sehr hohe Ansprüche an Vollständigkeit, Sprache und Nuancen gestellt. Es ist nicht verwunderlich, dass sich Aspiranten mehrere Monate auf diese Prüfung vorbereiten.

Hat man einmal den Test geschafft, werden einem für das erste Jahr 80 Tage Arbeit garantiert. Damit hat man Zeit, sich zu profilieren, und kann darauf hoffen, weiterhin eingesetzt zu werden. Derzeit ist es kaum möglich, eine Anstellung mit Beamtenstatus zu bekommen, Nachwuchsdolmetscher werden nur freelance engagiert und müssen ihren beruflichen Wohnsitz in Brüssel haben.

Die beiden nächsten Tage durften wir Plenarsitzungen der Europäischen Kommission beiwohnen und hatten die Möglichkeit, in stummen Kabinen zu üben oder auch nur in die verschiedenen Sprachenkanäle hineinzuhören. Die Themen waren vielfältig: Fischfang, Grenzkontrollen für lebende Tiere, Zivilrecht etc. Teilweise hatten wir am Tag zuvor Unterlagen für die Vorbereitung bekommen.

Mittags wurden jeweils aktive Dolmetscher „abgestellt“, die mit uns zu Mittag aßen und uns für alle möglichen und unmöglichen Fragen zur Verfügung standen.

Gruppenbild angehender Konferenzdolmetscher in Brüssel
Bild: Gruppenbild aller angehenden Konferenzdolmetscher in Brüssel

Interessant war auch die Führung durch das „Lex-Gebäude“, das man aus dem Fernsehen kennt. Hier konnten wir die Sitzungssäle, aus denen die wichtigen Sitzungen und Verhandlungen übertragen werden, besichtigen und zum Abschluss wurden wir wie EU-Abgeordnete und Regierungsvertreter fotografiert.

In diesen drei Tagen konnten wir einen sehr umfassenden Einblick in den Alltag der Dolmetscher an der Kommission gewinnen, und die eine oder andere von uns könnte sich durchaus vorstellen, dort oder am EuGH zu arbeiten.

Abgesehen von den vielfältigen Eindrücken rund um die Institutionen genossen wir sehr harmonische Tage, die wir erstmals rund um die Uhr miteinander verbrachten: Hin- und Rückfahrt von und nach München im Auto (bei der Hinfahrt inkl. verzweifelter nächtlicher Suche nach einer Tankstelle in Luxemburg...), gemeinsame Wohnung in Gehdistanz (30 Min) zur Kommission (das war gut so, denn der Verkehr ist zu den Stoßzeiten furchtbar und die die öffentlichen Verkehrsmittel nicht sonderlich verlässlich: der Bus „29“ ist einige Male einfach an uns vorbeigefahren, obwohl wir an der Haltestelle standen! Damit war dann einmal Taxi angesagt, was uns zu viert auch nicht teurer kam als der Bus ;-).
Abends genossen wir in gemütlicher Runde mit Herrn Ziegler und Frau Ibarburu die kulinarischen Köstlichkeiten der Region.

Wir danken Herrn Ziegler für seine Proaktivität und Unterstützung, denn ohne seinen Einsatz wäre diese Exkursion nicht möglich gewesen.

Fazit: Wir sind schon dabei, weitere gemeinsame Unternehmungen zum Thema Dolmetschen in den internationalen Organisationen zu organisieren!

©2019 SDI MÜNCHEN
LETZTE AKTUALISIERUNG 4.8.2014