Ergebnisse der wissenschaftlichen Studie zu Situation und Perspektiven von Sprachmittlerberufen (2025)

New Language-Based Job Tasks

Einschätzungen der Absolvent:innen des Bachelor-Studiengangs Übersetzen zum KI-getriebenen Paradigmenwechsel am Arbeitsplatz

Ausgangssituation

Das Thema „gesellschaftliche Veränderungen durch KI“ ist sehr präsent. Berufe mit beschreibbaren Routineaufgaben und hoher Automatisierbarkeit verschwinden – in Folge auch mittelfristig die dazugehörenden Ausbildungsangebote –, sofern sie nicht Nischen finden und diese wirkungsvoll füllen können (vgl. WEF 2025, Seemann 2023). 

Die Veränderungen durch den breiten und niederschwelligen Zugang zu KI-Systemen in der natürlichen Sprachverarbeitung und in weiteren Anwendungsgebieten (z. B. Deep Learning, Sprachassistenz) stellen das klassische Berufsprofil Übersetzer:in vor die Aufgabe der neuen Verortung (vgl. z. B. BDÜ 2024, Seemann 2023, Krüger 2022). Welche Formen und Anpassungen der Beruf für seinen Fortbestand vornehmen muss und kann, ist das Erkenntnisziel dieser qualitativ-quantitativen Studie an der Internationalen Hochschule in Zusammenarbeit mit dem SDI München. Gezielt in die Studie mit einbezogen ist, dass alle Absolvent:innen die Arbeitssituationen in Sprachmittlerberufen einschätzen können, selbst wenn sie in Bereichen tätig sind, die nichts mit Übersetzung im weitesten Sinne zu tun haben, sondern in angrenzenden Berufen.

Forschungsdesign

Die anonymisierte Erhebung unter den knapp 1.000 Absolvent:innen erfolgt per Mail über die Evaluationssoftware Zensus. Der Befragungszeitraum liegt in KW 19 und KW 20 in 2025. Es werden quantitative, gerichtete qualitative und offene qualitative Daten erhoben. Die Rücklaufquote liegt bei 21 %. 

Inhalte der Studie 

Der Fragenkatalog der Online-Studie unter den Absolvent:innen im BA Übersetzen umfasst die fünf Fragenbereiche:

  1. Aktuelle Jobsituation (9 Fragen)
  2. Tools im Job (6 Fragen)
  3. Meinungsbild allgemein: Die Rolle der Sprachenkompetenz im Job (5 Fragen)
  4. Meinungsbild gerichtet und getrennt nach Berufsprofil: KI und Jobentwicklungen (je 3 Fragen)
    - im Berufsbild Sprachmittler:in und
    - in angrenzenden Berufen (“Nicht-als-Sprachmittler:in Tätige")
  5. Meinungsbild allgemein: Zukunft von Sprachenberufe (2 Fragen).

Ergebnisse

Die Studie (Ziele, Fragebogen, Methodik, Limitationen), die Ergebnisse und die Einordnung der Ergebnisse sind hier zu finden:
https://www.doi.org/10.69162/IHS-SDI2026_1
 

Ansprechpartnerin: Prof. Dr. Anne Lehrndorfer 

Quellen:

BDÜ (2024): Positionspapiere des Bundesverbands der Dolmetscher und Übersetzer (BDÜ): Zum Einsatz von KI beim Übersetzen: https://bdue.de/fileadmin/files/PDF/Positionspapiere/BDUe_PP_KI-Einsatz_Uebersetzen_2024.pdf [05.01.2025].

Krüger, Ralph (2022): Integrating professional machine translation literacy and data literacy. In: Lebende Sprachen 67 (2), S. 247–282. DOI: 10.1515/les-2022-1022 [28.12.2025].

Mayer, Felix (2024): Herausforderungen des digitalen Wandels in translationswissenschaftlichen Studiengängen. In: Rösener, Christoph; Canfora, Carmen; Dörflinger, Felix; Varga, Simon (Hrsg.)(2024): Übersetzen im Wandel. Wie Technologisierung, Automatisierung und Künstliche Intelligenz das Übersetzen verändern. Wiesbaden: Springer, S. 81-95. Online verfügbar unter: https://www.springerprofessional.de/herausforderungen-des-digitalen-wandels-in-translationswissensch/27108714 [19.01.2026].

Rösener, Christoph; Dörflinger, Thorsten; Canfora, Carmen (2019): Berufsfelder und Perspektiven für Übersetzer und Dolmetscher: Eine Studie zum Verbleib der Absolventinnen und Absolventen des FTSK Germersheim (Mainzer Beiträge zur Hochschulentwicklung, 25). Online verfügbar unter https://astt.fb06.uni-mainz.de/files/2019/12/Band25_VerbleibsstudieDesFTSKGermersheim2.pdf [31.03.2025].

Rösener, Christoph; Dörflinger, Torsten; Dietzen, Jasmin; Merkel, Fabian; Schenk, Yuriy Elias (2025): Neue Berufs- und Karrierewege für Übersetzer und Dolmetscher: Eine Untersuchung zum Verbleib der Absolventinnen und Absolventen des FTSK Germersheim (Mainzer Beiträge zur Hochschulentwicklung, 28). Online verfügbar unter https://www.zq.uni-mainz.de/files/2025/07/Band-28_Verbleibsstudie2024_FTSK-FB06-Germersheim.pdf [26.08.2025].

Seemann, Michael (2023): Künstliche Intelligenz, Large Language Models, ChatGPT und die Arbeitswelt der Zukunft. Hg. v. Hans-Böckler-Stiftung. Düsseldorf (304). Online verfügbar unter https://www.boeckler.de/de/faust-detail.htm?sync_id=HBS-008697 [30.03.2025].

WEF (World Economic Forum)(2025): Future of Jobs Report 2025 – Insight Report January 2025. https://reports.weforum.org/docs/WEF_Future_of_Jobs_Report_2025.pdf [14.8.2025].

Mitarbeitende

Profile

Prof. Dr. Anne Lehrndorfer ist promovierte Psycholinguistin und Professorin für Technische Kommunikation an der Internationalen Hochschule SDI München und leitet seit Gründung der Hochschule den Bachelor-Studiengang Übersetzen (Externenprüfung). Neben ihrer Lehrtätigkeit arbeitet sie insbesondere in der wissenschaftlichen Begleitung Studierender und bei der Qualitätssicherung der wissenschaftlichen Praxis. Sie verantwortete mehrere qualitative und quantitative Studien zu Verbleib und Employability im Bereich Translation und zu den sich ändernden Berufsprofilen, aktuell zu Effekten von KI.

Julia Burchardt (M. Sc.) war bis Herbst 2025 Dozentin für Gerichts- und Behördenterminologie am SDI München und begleitet zusätzlichdie Schüler:innen und Studierenden bei der Profilierung ihrer Kompetenzen für den späteren Beruf. Ihr wissenschaftlicher Hintergrund ist Wirtschaftsjuristin und Personalmanagement, wodurch sie für Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt sensibilisiert ist und den Perspektivenwechsel zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer mit Expertise begleiten kann.