Prüfungsmodalitäten

Prüfungsmodalitäten

In der Praxis bereiten sich Konferenzdolmetscherinnen und -dolmetscher inhaltlich und terminologisch intensiv auf jeden einzelnen Auftrag vor. In einer Prüfungssituation lässt sich diese Vorgehensweise kaum simulieren. Würde man mit größerem zeitlichen Abstand einen Dolmetschauftrag – unter Nennung von Auftraggeber, Ort, Zeit, Thema und Vortragstiteln – erteilen, wäre die Wahrscheinlichkeit, dass die Kandidatinnen und Kandidaten die gewählten Prüfungstexte ausfindig machen, sehr hoch. Abgerufen werden muss aber in jeder Prüfung eine ad hoc erbrachte Einzelleistung.

An der Hochschule für Angewandte Sprachen werden daher Elemente der Praxis mit Prüfungsanforderungen verbunden. So wird den Kandidatinnen und Kandidaten in allen Teilprüfungen eine begrenzte Zeit eingeräumt, in der sie sich unter Nutzung aller Hilfsmittel (mit Ausnahme des Internets aus dem oben genannten Grund) auf das Thema vorbereiten können. Die undefinedPrüfungskommission stellt dabei Unterlagen zur Verfügung, welche die Spielarten der Praxis simulieren (nur Ort, Zeit, Thema und Redner bekannt; Text vorliegend; Power-Point-Folien vorliegend). Insbesondere sollen die angehenden Konferenzdolmetscherinnen und -dolmetscher dabei auch unter Beweis stellen, dass sie ihre im Laufe des Studiums erarbeitete Terminologiedatenbank effizient nutzen und zu diesem Zweck auch die einschlägigen Tools einsetzen können. Sämtliche Unterlagen, auf die sie in der Vorbereitungszeit zugreifen, stehen ihnen auch während der Prüfung zur Verfügung.

Die gewählten Textsorten und Vortragsarten spiegeln einen Ausschnitt aus der großen Bandbreite der Praxis des Konferenzdolmetschens wider. So wird beispielsweise beim Simultandolmetschen von Professionellen erwartet, dass sie die geschliffenen Formulierungen einer politischen Rede genauso beherrschen wie den Umgang mit der Fachterminologie in einer Power-Point-Präsentation; oder dass sie beim Konsekutivdolmetschen einerseits ihre Notationstechnik so sicher beherrschen, dass sie auch einen mehrminütigen Vortrag zuverlässig memorieren und vor dem Publikum stehend reproduzieren, andererseits aber auch den schnellen Wechsel mit dem Redner beim Dolmetschen kürzerer Passagen bewältigen können.

Die undefinedTeilprüfungen sind darüber hinaus so konzipiert, dass die Textsorten beim Dolmetschen in die Muttersprache einen sicheren Umgang mit einem gehobenen Register und nuancierte Äußerungen verlangen, beim Übertragen in die Fremdsprache hingegen der Schwerpunkt eher auf sachlicher und terminologischer Korrektheit liegt. Dies entspricht den Überlegungen, die bei der Auswahl der Mitglieder eines Dolmetscherteams tendenziell angestellt würden.

© 2012 SDI Munich
aktualisiert am 17.02.2012
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